Digital Ideen für 1:1 CONCERTS

Analog meets digital!  Anfang Mai 2021 haben Studierende des Master-Studiengangs MA Digital Narratives der ifs internationale filmschule köln für 1:1 CONCERTS digitale Prototypen entwickelt.

Die ifs Hochschule ist eine künstlerisch-wissenschaftlich ausgerichtete Aus- und Weiterbildungsinstitution für Medienschaffende. Das Programmprofil  umfasst u.a. die internationalen Masterstudiengänge Serial Storytelling, Digital Narratives, 3D Animation for Film & Games sowie neu Entertainment Producing und Film.  In der Produktionsübung im zweiten Semester des MA Digital Narratives arbeiteten die 6 ifs Studierenden unter Leitung des Dozenten Christoph Brosius mit agilen Produktionstechniken. Ziel war die Prototypisierung von Ideen, die das 1:1 CONCERTS Erlebnis vor und nach dem eigentlichen analogen Konzert digital erweitern

Die künstlerischen Leiter:innen von 1:1 CONCERTS – Franziska Ritter und Christian Siegmund – haben den Workshop mit großer Begeisterung begleitet:

“Während die Kultur im letzten Jahr pandemiebedingt fast ausschließlich digital “hinter die Bildschirme” verbannt wurde, hat das kleine aber feine Konzertformat 1:1 CONCERTS vielen Menschen musikalische Live-Erlebnisse ermöglicht. Integraler Bestandteil des Konzeptes sind echte Begegnungen, die Nähe trotz Distanz ermöglichen. Die  Zusammenarbeit mit Studierenden des M.A. “Digital Narratives” schien anfangs also nicht unbedingt naheliegend, aber die Idee der Verbindung des Digitalen mit dem Analogen hat uns sehr neugierig gemacht – und wir sind auf unglaubliche Weise überrascht worden! In experimenteller und spielerischer Herangehensweise haben die Studierenden mit ihren unterschiedlichen Prototypen gezeigt, wie mannigfaltig neue Technologien und digitale Mittel das analoge Erlebnis bereichern und erweitern können – und ganz eigene Qualitäten und Erlebnisräume schaffen können. Jede:r Einzelne hat sich intensiv mit dem Format auseinandergesetzt und so entstand eine Serie an äußerst kreativen Ideen unterschiedlichster Couleur. Einige Prototypen wurden sogar in selbst organisierten eigenen 1zu1 Konzerten getestet. Beeindruckt hat uns auch – trotz oder wegen der Kürze der Zeit – wie hier in Teams, in der Gruppe oder Einzeln kollaboriert wurde… und das in einem Online-Semester.”

Die Projekte im Überblick:

„Brain Controlled Lights“

von Christina »XaosPrincess« Kinne

Ich war unglaublich inspiriert von der künstlerischen Liebe zum Detail bei 1:1 CONCERTS – besonders von der von Le Corbusier inspirierten Einrahmung des Spielortes. Als ich darüber nachdachte, wie ich diese Idee noch mehr zum Leuchten bringen könnte, war ich überglücklich, die wunderbarste Verwendung für eine Technologie zu finden, die mich schon lange fasziniert: Brain Computer Interfaces. Mit dem Muse EEG-Stirnband und einem Arduino-Mikrocontroller leite ich den Signalfluss der Gehirnströme des Zuhörers auf einen LED-Streifen, der den Aufführungsraum umrahmt und als zusätzliche Lichtmischung veranschaulicht, wie die musikalische Darbietung die Emotionen des Zuhörers beeinflusst. Mein herzlicher Dank geht an 1:1 Concerts CONCERTS für diese erstaunliche Inspiration, an meinen lieben Freund und Super-Coder Kreolis, der mir geholfen hat, meine Idee in Computersprache zu übersetzen, und nicht zuletzt an meine liebe Freundin und Lieblingsgeigerin Valentina Cieslar, die die Aufnahme unseres Prototyps zu einem so unvergesslich hypnotisierenden Erlebnis machte!

„Social Media Design und Markenaufbau“

von Rianne Cox

Der neue Social-Media-Prototyp von 1:1 CONCERTS soll einen visuellen Markenkern etablieren und jedem, der sich dafür interessiert, was die Organisation tut und wie er ein Teil davon sein kann, leicht zugängliche und verständliche Informationen bieten.

„Sound Triggered Tubes“

von Changzhen Zheng

Sound Triggered Tubes ist eine interaktive Installation, die es dem Benutzer ermöglicht, verschiedene Rhythmen und Farben der LED-Röhren durch unterschiedliche Klänge und Vibrationen zu verändern. Gleichzeitig kann der Zuhörer als Betrachter eine tiefere emotionale Verbindung mit dem Musiker haben, bevor und nachdem er die interaktive Installation erlebt hat. Außerdem kann der Zuhörer seine Ohren und Augen schon vor dem Konzert vorbereiten. User Journey & Beschreibung: der Hörer betritt das Konzert durch den Moderator. Bevor er den Hauptraum betritt, befindet sich ein Flur mit abgedunkelten Fenstern. Die Lichter gehen aus, der Zuhörer wird aufgefordert, mit den Röhren zu interagieren, Geräusche und Vibrationen zu erzeugen, bevor er in den Raum geht, um das Konzert zu starten.
Der Gastgeber geht, der Gast beginnt mit den Röhren zu interagieren. Das ganze Erlebnis dauert etwa 1-2 Minuten, mehrere Mikrofone umgeben den Zuhörer. Immer wenn der Zuhörer Geräusche aus bestimmten Richtungen macht, nehmen die Mikrofone den Ton auf und die Röhren reagieren auf Bewegungen oder verschiedene Farben. Schließlich gehen alle Lichter an und der Zuhörer wird eingeladen, den Raum zu betreten, wo der Musiker auf einem Stuhl wartet.

„1:1 App“

von Rianne CoxEliane EidAlex Tamayo

Vom Login-Zugang bis zu 1:1-Nachrichten – die von Rianne, Eliane und Alex entwickelte App ist ein Knotenpunkt, der alle Informationen an einem Ort sammeln kann. Wir wollten einen Ort schaffen, der alles haben kann. Nutzer können ein Konzert buchen, sich über 1:1-News informieren, mit dem Team kommunizieren und eine Vorschau auf ein 1:1-KONZERT-Erlebnis erhalten – alles in der gleichen App. Während die Ästhetik des Erlebnisses beibehalten wurde, spiegelt die 1:1 App die Erzählung der Konzerte wider. Fokussiert auf eine Hauptmenüleiste, führt die App in verschiedene Bereiche ein, die den Nutzern helfen, die meisten Informationen aus ihrem Erlebnis herauszuholen.

»The simplicity of space, the frame of an intimate music language«

von Alexandra Tamayo

Die Kraft von 1:1 CONCERTS basiert auf der analogen Erfahrung des Lebens im gegenwärtigen Moment. Aspekte wie Blickkontakt, nonverbale Kommunikation und die geringe Distanz unterstreichen kreativ die Intimität der Begegnung. Der einfache, aber besondere Veranstaltungsort vereint die unvergessliche Erfahrung zweier Fremder, die das Geschenk der Musik teilen. Ich bin fasziniert von dem Konzept des Raumes und wie er dazu beiträgt, Empfindungen für den Teilnehmer während der Reise zu erzeugen. Um das Konzerterlebnis zu erweitern, wollte ich das Potenzial von Räumen erforschen, um Emotionen auszulösen, bevor die Zuhörer die Session tatsächlich buchen. Mein 360-Videoprojekt basiert auf dem Kontrast; vom Leben in engeren Räumen voller digitaler Interaktionen zum Genießen eines größeren Szenarios mit dem analogen Genuss eines Interpreten, der Musik und einem selbst. Durch drei 360-Videogeschichten konzentriere ich mich darauf, hervorzuheben, wie diese beiden Szenarien zusammen ein Gefühl des Eingeschlossenseins erzeugen, zunächst und dann das Gefühl der Befreiung und Offenheit. Draußen oder drinnen werden unerwartete Orte zur perfekten intimen Performance. Die Möglichkeit, die einfachen, aber sich entwickelnden Eigenschaften des Ortes, an dem 1:1 CONCERTS stattfinden, frei zu erkunden, könnte den Nutzer dazu ermutigen, etwas Neues auszuprobieren, bevor er das Erlebnis bucht. Dieser Inhalt wird auf sozialen Medien zu finden sein und ist auch Teil der 1:1 CONCERTS App.

»The Resonating Eye«

von Eliane Eid

Das Hauptziel dieses Konzepts ist es, eine Brücke zwischen dem Musiker und dem Zuhörer zu schlagen… Durch die Kraft der Augen, des Tons und der Fotografie werden alle Teilnehmer der 1:1 Erfahrung am Ende ein Souvenir haben, das sie daran erinnert, wie wichtig unsere Verbindung sein kann. Durch die Verschmelzung beider Augen und das Hinzufügen zusätzlicher Informationen in einem interaktiven Format, werden das Publikum und der Musiker etwas haben, das sie mit nach Hause nehmen können! Wie das Konzept der Idee abläuft: nachdem die Augen des Zuhörers gescannt oder fotografiert wurden, werden die Augen des Zuhörers und des Musikers digital gesammelt und an den Zuhörer und den Musiker geschickt, um die Kraft der Verbundenheit und Solidarität zu teilen. Dies wird dazu beitragen, zu erforschen, wie schöne Augenportraits entstehen können oder sogar, wie sie sich gegenseitig ergänzen können, indem sie eine neue Welt auf der Basis dieser beiden unterschiedlichen Iris erschaffen. Diese Augen werden die Verbindung zwischen dem Herzen, der Musik und der Seele sein. Das Bild der Augen wird Sie zu den Informationen des Konzerts führen, zusammen mit dem Namen des Musikers und dem Lied, das gespielt wurde, sowie mit der Möglichkeit, eine digitale Nachricht für den Musiker zu hinterlassen.

 

„Haptische Hände“

von Cathal Kerins

Bei einem 1:1 KONZERT ist der Gastgeber ein emotionaler Begleiter und Impulsgeber des Erlebnisses. Hände sind ein kulturübergreifendes Symbol der Begrüßung und Verbindung. Sie sind auch das Medium, durch das die Musiker ihr Instrument spielen. Diese Kombination aus Musik und menschlicher Verbindung wird durch die Hände symbolisiert und durch die Vibration der Hände akzentuiert, die die Erwartung von Teilnehmer und Gastgeber steigert. Der Kontrast von Stille und Klang und die nonverbale Kommunikation werden durch diese unsichtbare Verbindung zur Hand des anderen verstärkt. Das Halten der Hand während der Prozession zum Konzert lässt eine taktile Konversation stattfinden, die den Teilnehmer stärker mit den anderen Anwesenden verbindet. Auf diese Weise kann die Intensität der menschlichen Verbindung erhöht werden, ohne die andere Person physisch zu berühren, während gleichzeitig ein taktiler Tastsinn zwischen Gastgeber und Teilnehmer stattfindet. Hände sind das berührende Organ und Haptische Hände ermöglichen es uns, einander wieder zu berühren und die Verbindung zu spüren, ohne persönlichen Raum und Grenzen zu verletzen.